Modersohnbrücke-Sperrungen als Bühnen-Format — Bühne Suppe Mucke kehrt zurück
Vom 23. bis 25. August 2026 wird die Modersohnbrücke wieder für drei Tage gesperrt — und das Hausprojekt-Bündnis nutzt die Sperrung wie schon 2014 für eine offene Bühne mit Suppenküche und Konzert-Reihe. Wir haben das Programm und die Logistik.
Die Modersohnbrücke in Friedrichshain wird vom 23. bis 25. August 2026 für Sanierungs-Vorarbeiten gesperrt — drei Tage, durchgehend, beide Richtungen für den motorisierten Verkehr. Fußgänger:innen und Radverkehr bleiben über eine schmale Behelfsspur an der Nordseite zugelassen. Das Hausprojekt-Bündnis aus Boxhagener-, Krossener- und Wühlischstraße hat die Sperrung wie bereits 2014 für eine offene Bühne angemeldet, Genehmigung durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg liegt seit dem 6. Mai vor.
Programm
Freitag, 23. August — Aufbau ab 14:00 Uhr. Eröffnung um 18:00 Uhr mit einer kurzen Erklärung des Bündnisses zum Stand der vier laufenden Mieten-Verfahren in der Boxi-Region. Ab 19:00 Uhr Bühnen-Programm: Akustik-Set einer Wühlisch-WG-Band, ein Loop-Tape-Set aus der Krossener-Werkstatt, ab 22:00 Uhr ein DJ-Set einer Neuköllner Selbstorganisierten. Suppenküche durchgehend ab 17:00 Uhr — Linsen-, Tomaten-, Kartoffel-Variante, Spendenkasse 2 bis 5 Euro pro Schüssel.
Samstag, 24. August — Tagsüber ab 12:00 Uhr Kinderprogramm mit Hinterhof-Spielen, Riso-Druck-Tisch für Plakate, Reparatur-Werkstatt für Fahrräder. Ab 17:00 Uhr Plenums-Diskussion „Wohnraum-Kampf im Herbst 2026 — Boxi, Köpi, Liebig”, offene Mikrofone, Mitschrift wird im Heft 24 dokumentiert. Bühnen-Programm ab 19:30 Uhr: zwei Hardcore-Bands aus Lichtenberg, eine slowenische Tape-Künstlerin im Solo-Set (Anschluss an die Lenhart-Tapes-Tour im Mai), zum Abschluss ein experimentelles Brass-Trio aus dem Omniversal-Earkestra-Umfeld.
Sonntag, 25. August — Abbau ab 11:00 Uhr, davor offene Frühstücks-Tafel ab 09:00 Uhr. Wer mit hilft beim Abbau, frühstückt umsonst. Letzte musikalische Notiz: ein Akustik-Set aus dem Hinterhof der Wühlischstraße, geplant für 13:00 Uhr unter der südlichen Behelfsspur.
Logistik
Stromversorgung läuft über zwei Verlängerungskabel aus den anliegenden Häusern Boxhagener Straße 91 und Modersohnstraße 47 — beide Hausprojekte haben mit ihren Vermieter:innen eine Strom-Pauschale ausgehandelt, die in der Spendenkasse-Auswertung am 26. August offengelegt wird. Bühne ist eine 6×4-Meter-Plattform, geliehen von einer Lichtenberger Hausprojekt-Kooperative. Anlage stellt das Knochenbox-affiliate-Sound-System aus Friedrichshain.
Sanitäranlagen über die anliegenden Cafés und über zwei mobile Trockentoiletten, die das Hausprojekt aus der Liebigstraße 34 in Eigenbau gestellt haben. Spendenkasse 1 Euro pro Nutzung, alle Einnahmen direkt an den Liebig-Solidaritäts-Fonds.
Anfahrt
S-Bahn Ostkreuz oder Warschauer Straße, dann zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß. U-Bahnhof Samariterstraße (U5) etwa zwölf Minuten. Kein offizieller Fahrradparkplatz, aber zwei Gehwege links und rechts der Brücke sind freigegeben — bitte nicht an den Stadtmöbel-Bügeln, sondern an den ausgewiesenen Hausprojekt-Eingängen abstellen.
Hintergrund
Die Modersohnbrücke wurde bereits im August 2014 dreimal für DIY-Aktionen genutzt — damals als „Knochenbühne Suppe & Mucke” mit ähnlichem Format. Die Wiederholung 2026 trägt bewusst denselben Titel; das Bündnis sieht die Brücken-Sperrung als wiederkehrenden Anlass, um den Wohnraum-Kampf im Boxi-Region öffentlich sichtbar zu machen. Sanierungs-Vorarbeiten — also nicht der eigentliche Brücken-Umbau — sind aktuell für sechs weitere Wochenenden zwischen August und November 2026 angekündigt. Welche davon erneut als Bühnen-Format genutzt werden, entscheidet das Bündnis-Plenum nach der August-Erfahrung.